An der Südwand der Kapelle befindet sich ein kleines Fleckchen, dass durch seine Lage großes ökologisches Potenzial hat: umgeben von hohen Gebäuden ermöglicht die hohe Sonneneinstrahlung schon früh im Jahr ein quasi mediterranes Mikroklima. Zwischen dem Drainage- Kies konnte die UFO (Umwelt für Fortgeschrittene)- AG bei Ihrer Untersuchung im Jahr allerdings nur wenige Pionier-Pflanzenarten finden, was dem ganzen Areal den Charakter einer Brachfläche verlieh: Brombeeren, Schöllkraut, Brombeeren, Kanadisches Berufkraut, Jakobs-Greiskraut und Spitzwegerich. Früh entstand also die Idee, diese Fläche ökologisch- baulich aufzuwerten, um wärmeliebende, bzw. -resistente Arten zu fördern. So konnten wir die die in den nahegelegenen Buntsandsteinmauern sehr aktiven Mauereidechsen (Podarcis muralis) trotz idealer klimatischer Bedingungen nie in dem kleinen Bereich beobachten.

Nach den Planungen im Winter 2025/26 setzte die 8er- Bauhütte die Ideen in die Tat um: die gesamte Kiesdeckschicht wurde abgetragen, eine Trockenmauerformation deutet den Eingang an, eine weitere bildet den Abschluss an der Außenmauer des Schulgeländes. Hier wurden wildbienenfreundliche Steinbrechgewächse, Wurzen- und Sedumarten, Thymiane, Grasnelken, Polsterglockenblume, Lavendel, Rosmarin, Salbei und Schleifenblume gepflanzt.


Neues Magersubstrat wurde über weite Bereiche der Fläche aufgebracht, mit einer entsprechenden Samenmischung versehen und durch eine eingelassene Steineinfassung optisch von den frei betretbaren Flächen abgegrenzt. In diese Fläche wurde ein etwa 80 cm tiefes Sandarium für Wildbienen und ein ebenso tiefes Eidechsenversteck eingelassen. Eine liebevoll gestaltete „Ökobank“ lädt zum Verweilen und Beobachten ein, zwei Steinskulpturen runden die Komposition thematisch ab.

Auch wenn viele gepflanzte trockenliebende Arten trotz fleißiger Bewässerung die Dürre- und Hitzemonate nicht überstanden haben, sind wir uns sicher, dass dieses neu geschaffene Kleinod bald sehr belebt sein wird. Die Mauereidechsen waren nun schon häufig auf der Fläche zu beobachten.
Fabian Neubrand






